Samstag, 30. November 2013

Augenblick



°°°° Clouds °°°°

Freitag, 29. November 2013

Dinnede

Last but not least in unserer (ersten) schwäbischen Woche, wollen wir einen unserer Speiseplan-Klassiker schwäbisch interpretieren: Unsere allzeit geliebte Pizza!

Denn auch in der schwäbischen Küche gibt es einen Brot-/Teigfladen, der belegt im Ofen überbacken wird. 

Mir scheint, dass Dinnede - auch wieder so ein herrlicher Name - eine etwas vergessene schwäbische Spezialität sind, jedenfalls schaute mich meine schwäbische Schwiegermutter fragend an, als ich sie danach fragte und hatte tatsächlich keine Antwort parat.

Im clubzimmer wird es nun sicherlich häufiger mal Dinnede geben, denn trotz vergleichbarer Zutaten kommt etwas ganz anderes aus dem Ofen als Pizza. Dinnede kann man sich vorstellen als eine Mischung zwischen Flammkuchen und Pizza, deutlich kompakter im Biss als ein Pizzateig, aber nicht so flüchtig leicht wie ein Flammkuchen. Also wirklich etwas eigenes, ganz hervorragend!


Rezept für zwei Dinnede

250g Mehl Typ 405
150 ml lauwarmes Wasser
5 g frische Hefe
Zucker
Salz

100 g Frischkäse
1 Ei
80 g würziger geriebener Bergkäse
Salz
Pfeffer
1 rote Zwiebel in dünnen Ringen

Zubereitung
Der Teig muss am Abend zuvor vorbereitet werden, da er längere Zeit im Kühlschrank verbringen sollte. Hierfür die Hefe mit etwas Zucker in dem lauwarmen Wasser auflösen zu dem Mehl und einer Prise Salz geben und einarbeiten. Auf einer bemehlten Fläche ca. 5 min zu einem homogenen, recht festen Teig kneten. In eine geölte Schüssel geben, mit Frischhaltefolie abdecke und im Kühlschrank versenken.

Zwei Stunden vor dem Backen der Dinnede die Teigschüssel herausnehmen, damit der Teig Zimmertemperatur annimmt. 

Den Ofen auf 225° (Umluft) vorheizen.
Den Teig teilen und jedes Teigstück zu einem dünnen Fladen ausrollen.

Den Frischkäse mit dem Ei und dem Käse verrühen und auf den Teigfladen verstreichen. Die Zwiebelringe verteilen und die Dinnede für 10-12 Minuten in den Ofen schieben, bis die Oberfläche und der Teig eine schöne Bräunung aufweist. 

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Donnerstag, 28. November 2013

Gaisburger Marsch

Die schwäbische Küche ist nicht nur besonders lecker und schmackhaft, sondern auch in ihrer Namensgebung bemerkenswert.

Als nüchterne Ostwestfälin konnte ich mich zunächst gar nicht genug über die wunderbaren Namen der Gerichte wundern und entzücken: Heilbronner Leibgericht, Bubespitzle, Nonnefürzle oder eben Gaisburger Marsch. 

Als Nicht-Einheimischer kann man sich beim besten Willen keine Vorstellung darüber machen, was sich hinter diesen Namen verbirgt. Jedenfalls wäre ich nicht im Traum drauf gekommen, dass die anrüchig klingenden Nonnenfürzle ein harmloses Schmalzgebäck und die nicht minder anrüchigen Bubespitzle einfache Schupfnudeln sind. 

Tja, und Gaisburger Marsch? Das ist ein traditionelles schwäbisches Eintopfgericht, das als Besonderheit die Beilagen Kartoffeln und Nudeln - sorry, hier natürlich Spätzle - miteinander vereint. 

Laut Wikipedia soll der Name „Gaisburger Marsch“ daher rühren, dass im 19. Jahrhundert Stuttgarter Offiziersanwärter eine Vorliebe für einen kräftigen Ochsenfleischeintopf mit Spätzle und Kartoffeln entwickelten, der in der im nahen Gaisburg befindlichen Gaststätte „Bäckerschmide“ serviert wurde. Da die Offiziersanwärter auf dem Weg von der Berger Kaserne in dieses Wirtshaus eine gewisse militärische Marschordnung einhalten mussten, trug das Gericht letztlich den Namen „Gaisburger Marsch“. 

Einer anderen Version - und mir sympathischeren - nach kamen die Gaisburger Männer angeblich in Kriegsgefangenschaft, und ihren Frauen wurde erlaubt, sie mit einer Schüssel Essen pro Tag zu versorgen. In diese Schüssel wurde alles getan, was gut schmeckte und nahrhaft war. Damit marschierten die Frauen dann jeden Tag zu ihren Männern. 

Wenn ich den Gesichtsausdruck des Clubchefs beim Suppe löffeln richtig gedeutet habe, dürfte ich ihn auch gerne öfter mit einer Gaisburger Marsch verwöhnen, auch wenn die Zubereitung ganz schön langwierig ist!



Rezept für 4-6 Teller

Gemüsebrühe
2 Zwiebeln
3 Bund Suppengrün
2 Lorbeerblätter
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Senfkörner
4 Pimentkörner
1 TL getrocknetes Bohnenkraut
15 g getrocknete Steinpilze
2 Knoblauchzehen
1 TL Tomatenmark
1 TL Salz

Spätzle
2 Eier
150 g Mehl Typ 405
50 g Hartweizengrieß oder Spätzlesmehl
Salz

Schmorzwiebeln
1 Gemüsezwiebel in dünnen Ringen
1 EL Sonnenblumenöl
Salz 
Zucker
50 ml Weißwein
Pfeffer

600 g festkochende Kartoffeln in Spalten
300 g braune Champignons in dünnen Scheiben
1 Bund Petersilie, gehackt
1 Bund Schnittlauch, in feinen Röllchen

Zubereitung
Zunächst die Gemüsebrühe zubereiten. Hierfür die Zwiebeln halbieren (nicht schälen!) und mit den Schnittflächen nach unten in einer Pfanne ohne Fett dunkelbraun anrösten. Das Suppengrün putzen und zerkleinern und zusammen mit den übrigen Zutaten (inklusive der angerösteten Zwiebeln) und 2 Liter kaltem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Eine halbe Stunde bei offenem Deckel leise köcheln lassen, dann den Herd abstellen und die Brühe noch 20 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb in einen anderen Topf gießen.
Bei der Planung sollte man die Zeit, die das Wasser braucht um zu kochen, nicht vergessen - so wie wir ...

In der Zwischenzeit die Einlagen und die Schmorzwiebeln vorbereiten.

Die Kartoffelspalten in Salzwasser ca. 12 Minuten kochen, abgießen und beiseite stellen.

Eine großen Topf mit Wasser aufstellen. Alle Zutaten für die Spätzle zu einem geschmeidigen Teig verrühren, wenn Flüssigkeit fehlt, etwas Milch hinzugeben. Der Teig darf nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest sein. Das kochende Wasser salzen und den Teig portionsweise mit einer Spätzlespresse in das kochende Wasser pressen. Aufwallen lassen, dann die Spätzle herausschöpfen, in einer Schale mit kaltem Wasser abschrecken und gut abgetropft auf einen Teller legen.

Die Zwiebelringe mit einer ordentlichen Prise Salz in einer Pfanne mit dem Sonnenblumenöl bei geringer Hitze weich und gold braun schmoren. Das dauert bestimmt eine Viertelstunde. Dann eine Prise Zucker hinzugeben und mit Weißwein ablöschen. Kurz aufkochen lassen, mit Pfeffer würzen. Beim nächsten Mal werde ich auf das Ablöschen mit Wein verzichten. Ich war etwas traurig, dass die zuvor leicht knusprigen Zwiebeln wieder ganz weich wurden, aber das ist natürlich Geschmackssache. Toll geschmeckt haben sie alle Mal - und die Farbe ist ja auch sensationell (jetzt wisst Ihr, was das Rötliche auf der Suppe ist)!

Die Brühe mit den Champignonscheiben und den Spätzle noch einmal aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen. Dann die gekochten Kartoffelspalten hinzugeben und die Suppe mit Salz und Pfeffer kräftig würzen, eine Prise Zucker schadet auch nicht.

Mit den Schmorzwiebeln und den Kräutern bestreut servieren.



Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer

Rezept nach "Deutschland vegetarisch" von Stevan Paul



Mittwoch, 27. November 2013

Laubfrösche in Tomatensauce

Es gibt viel zu entdecken auf dieser Welt - und in den Küchen ebenfalls. Von (essbaren) Laubfröschen hatte ich bis vor ein paar Wochen noch nie etwas gehört. Und das, obwohl der Clubchef im Schwäbischen beheimatet ist und wir bei Besuchen dort die heimische Küche rauf und runter genießen.

Bedauerlicherweise finden sich auch dort immer weniger Restaurants, die die regionale Küche pflegen, so dass man sich schon regelrecht auf die Suche machen muss, um typisch Schwäbisch zu essen. Und dann kann man sich noch nicht einmal drauf verlassen, dass es schmeckt - der Clubchef kann ein Lied von missglückten Käsespätzle singen!

Doch zurück zu den Laubfröschen. Erst durch "Deutschland vegetarisch" von Stevan Paul bin ich auf dieses Rezept aufmerksam geworden, jedenfalls indirekt. In einem Blog wurden die Laubfrösche nachgekocht und ich dachte mir: Lecker das! Allerdings war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht in Besitz von "Deutschland vegetarisch" (das ist eine andere Geschichte) und habe deshalb ein anderes Rezept für die Laubfrösche ausgegraben. Da gerade der Clubchef großer Mangold-Fan ist, mussten die Frösche natürlich schleunigst ausprobiert werden!




Rezept für zwei Personen

6 mittelgroße Kartoffeln
6 große, unbeschädigte Mangoldblätter

1/2 Zwiebel gehackt
1 Dose Tomaten

100g Bergkäse

Sonnenblumenöl
Salz
Pfeffer
Milch
1 Ei


Zubereitung
Sechs große, unbeschädigte Mangoldblätter waschen und den Stengel entfernen. In heißem Wasser blanchieren und kalt abschrecken. Beiseitelegen.
Die restlichen Mangoldblätter und Stiele klein schneiden und in einer Pfanne mit etwas Sonnenblumenöl andünsten.

In einer anderen Pfanne die gehackte Zwiebel in etwas Sonnenblumenöl anschwitzen und dann die Tomaten hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und etwas einkochen lassen. 
 

In der Zwischenzeit die Kartoffeln mit Schale kochen, kurz abkühlen lassen, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Das Ei hinzugeben, mit etwas Milch verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen und die gedünsteten Mangoldstücke einrühren.


Den Ofen auf 180° (Umluft) vorheizen.

Nun die blanchierten Mangoldblätter mit der Kartoffelmasse füllen. Hierfür jedes Blatt flach vor sich hinlegen, einen Haufen (die Größe richtet sich natürlich nach der Größe des Blattes) Kartoffelmasse in die Mitte setzen, die Seiten des Mangoldblattes über die Kartoffelmasse legen, dann die Unterseite des Blattes und diese mit der Kartoffelmasse aufrollen. 

Die Tomatensauce in eine Auflaufform geben, die Laubfrösche mit der Naht nach oben hineinsetzen und mit dem geriebenen Käse bestreuen. Für ca. 20 Minuten im Ofen backen.


Das war schon nicht schlecht, doch nun bin ich im Besitz von "Deutschland vegetarisch" und nach den ersten Versuchen restlos begeistert, so dass ich natürlich bald mal die Laubfrösche á la Stevan Paul ausprobieren muss. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten!

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Dienstag, 26. November 2013

Käsespätzle

Spätzle sind für einen Schwaben so etwas wie ein Grundnahrungsmittel. Ohne wenn und aber. Auch im norddeutschen Exil. In dem sich der Clubchef seid vielen Jahren - selbst gewählt - befindet.

Doch selbst gewählt hin, selbst gewählt her, Spätzle braucht er natürlich trotzdem, so dass ich mich sehr schnell aufmachte, die hohe Kunst des Spätzleskochens zu erlernen. Wie so oft nach dem Trial & Error Prinzip, was zu mehr oder weniger lustigen Resultaten führte, doch zum Glück auch zu genießbaren Spätzle. 

Inzwischen kann man mich nachts um 4 Uhr wecken und um Spätzle bitten, man sollte dann aber auf die Frage vorbereitet sein, auf welche Art man die Spätzle denn gerne hätte: Gschabt, aus der Presse oder als Knöpfle?  

Am liebsten mache und mag ich sie vom Brett geschabt. Es macht einfach Spaß und die Spätzle werden so schön dick, was ich gerne mag. Doch heute musste die neue Spätzlespresse eingeweiht werden. Bereits unsere dritte, unsere Erste haben wir fälschlicherweise in die Spülmaschine getan, ihr Nachfolger war dann eine schicke, ferrarirote, die auch in die Spülmaschine durfte, nach Jahren dann aber wegen massiver Gelenkprobleme aussortiert werden musste und nun haben wir eine ganz coole schwarze. Natürlich nicht so eine neumoderne, sondern das ganz klassische Modell. Und ganz konservativ haben wir uns auch für die Version mit den gleichmäßigen Löchern entschieden - wir wollen schließlich nicht handgeschabt vorgaukeln, wenn gar nicht handgeschabt drin ist!

Dafür gab´s diesmal Neuerungen beim Spätzlesteig: Ich habe mit einer Mehlmischung experimentiert und anstatt des Wassers den Teig mit Milch in die gewünschte flüssige Konsistenz gebracht. Das Ergebnis waren sehr leckere Spätzle, schön bissig und konturiert, ein gelunges Experiment!



Rezept für zwei Personen

250g Mehl Typ 405
50g Hartweizengrieß
4 Eier
1 TL Salz
Milch

80 g geriebener Bergkäse
Butter
Sahne

3 Zwiebeln in dünnen Ringen
Sonnenblumenöl
Salz

Zubereitung
Die Mehlsorten mischen, die Eier und das Salz hinzugeben und mit einem Handrührer auf mittlerer Stufe verrühren. Genug Milch hinzugeben, so dass der Teig schön dickflüssig wird. Solange verrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind und der Teig schön von den Rührern reißt. 

In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen.  
2-3 Löffel Teig in die Spätzlespresse geben und den Teig gemächlich in das Wasser drücken. Je nach Geschmack die Spätzle in langen Fäden ins Wasser drücken oder zwischendurch mal abreißen lassen, damit sie eher kurz sind. Wenn die Spätzle schäumend an die Oberfläche steigen herausnehmen und in eine Schüssel mit kaltem Wasser zum Abschrecken geben. Dann auf einem großen Teller oder einer Schüssel lagern und mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.

Währenddessen in einer Pfanne das Sonnenblumenöl erhitzen, die Zwiebelringe hineingeben, salzen und bei mittlerer Hitze langsam rösten. 

Wenn alle Spätzle und die Zwiebeln fertig sind, in einer großen Pfanne einen ordentlichen Stich Butter erwärmen, die Spätzle darin schwenken, den Käse und eine Schuß Sahne hinzugeben. Wenn der Käse geschmolzen ist, können die Spätzle endlich auf die Teller verteilt und mit den Zwiebeln dekoriert werden!

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Montag, 25. November 2013

Geriebener Kartoffelsalat

Der Weg in das Herz eines Schwaben führt über Spätzle und geriebenen Kartoffelsalat. Wer etwas anderes behauptet, lügt. 
Glück für mich, dass mein Clubchef bereits meine Bemühungen honorierte, denn bis ich es geschafft habe, dieses zur tatsächlichen Zufriedenheit eines Schwaben zu kochen, verging eine recht lange Zeit. 

Für eine Ostwestfälin ist es zunächst einmal schwer zu begreifen, dass es einen schmackhaften Kartoffelsalat OHNE Majonnaise gibt. Das passte nicht in mein damaliges Weltbild und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man so einen Kartoffelsalat fabriziert. 

Leider war mir meine Schwiegermama nicht wirklich eine Hilfe, denn ein "Schätzele, dann nimmschte halt so viel, bis es passt..." ist zwar lieb gemeint, aber leider wenig hilfreich. So musste ich mich über Jahre an das richtige Maß zu "... dann nimmschte halt mal ..." herantesten, was mal mehr, mal weniger gut gelang. 

Inzwischen ist der geriebene Kartoffelsalat eine feste Größe auf der Speisekarte des clubzimmers. Gerne in der für uns klassischen Variante - mit Feldsalat und Spiegelei. 

Und soll ich Euch etwas verraten: Inzwischen ist es mir schleierhaft, wie man Kartoffelsalat MIT Majonnaise essen kann!





Rezept für 4 Portionen als Lunch oder 8 Portionen als Vorspeise

1,2 kg Kartoffeln
1 große Möhre
4-6 Gewürzgurken
Salz 
Pfeffer

Dressing
1 EL Dijon-Senf mit Honig
1 EL Weißweinessig
8 EL Sonnenblumenöl

Brühe
50 ml Gemüsebrühe
1 kleingeschnittene Zwiebel

Zubereitung
Die Kartoffeln mit Schale am Vortag kochen.

Für die Zubereitung schälen und fein reiben (ich nehme die gleiche Reibe, die ich auch für Parmesan oder Reibekuchen benutze). Die Möhre ebenfalls reiben, die Gewürzgurken in kleine Würfel schneiden, beides zu den Kartoffeln geben.

Alle Zutaten für das Dressing miteinander verrühren und mit einer sehr großen Prise Salz zu dem Salat geben. Gut umrühren und am besten noch etwas ziehen lassen.

Vor dem Servieren die Gemüsebrühe mit der klein geschnittenen Zwiebel erhitzen (so verliert diese ihre Schärfe und Penetranz) und dann warm über den Kartoffelsalat geben. Gut unterheben, mit Salz und Pfeffer abschmecken.




Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Sonntag, 24. November 2013

In dieser Woche ....

... schwäbelt es im clubzimmer. Nicht in den Texten, aber in den Rezepten. 

Eine Woche voller Klassiker der schwäbischen Küche, gehaltvoll, genüsslich, einfach zum Niederknien! Freut Euch mit uns auf die 

°^° Schwaben Hits °^°


Samstag, 23. November 2013

Augenblick






                                                              °° Winter naht °°




Freitag, 22. November 2013

Oh je ...

... die Küche des clubzimmers kommt ins Stocken. Es mangelt uns nicht an Plänen und Vergnügen, sondern lediglich an Zeit. 

Deshalb kann es bis zum neuen Jahr den ein oder anderen Tag - oder auch die ein oder andere Woche - geben, in der die Küche des clubzimmers kalt bleibt. 

Harte Zeiten, in denen wir mit kleinen Schweinereien Leckereien versuchen, über die Runden zu kommen:


Rezept für sechs Soleier

6 hartgekochte Eier

Sud
500 ml Wasser
40 g Zucker
25 g Salz 
75 ml Weißweinessig
1 Lorbeerblatt
5 schwarze Pfefferkörner
1 TL Senfkörner
1/2 TL Kümmel
4 ganze Pimentkörner
5 ganze Wacholderberen

1 Zwiebel in feinen Ringen
 6 Zweige Dill

Zubereitung
Alle Zutaten für den Sud (bis auf die Zwiebeln und den Dill) in einem Topf kurz aufkochen lassen. Zwiebelringe hinzugeben und 5 Minuten köcheln. Dann die Dillzweige zugeben und noch einmal aufkochen.

Die Eier pellen und in sterilisierte Einkochgläser schichten, mit den heißen Sud übergießen und verschließen. Nach dem Erkalten im Kühlschrank mindestens 25 Stunden ziehen lassen.

Sie schmecken herrlich mit etwas Senf, Essig, Öl, zu Bratkartoffeln oder auf ein schönes Käsebrot.

Soleier schlummerten bei mir - bis ich sie bei Stevan Paul wiederentdeckte - im nicht aktiven Gedächtnis. Doch beim Kochen des Suds und nicht zuletzt Probieren der Eier ging ein wahres Kopfkinofeuerwerk bei mir los - Soleier schmecken für mich nach Kindheit, nach Heimat - einfach gut. Deshalb möchte ich sie auch beim Event 

event


von German Abendbrot einreichen, wobei es an den Soleiern meiner Meinung nach nichts zu entstauben gibt. Aber vielleicht zählen sie ja trotzdem zu den entstaubten Klassikern!

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer

Rezept nach: "Deutschland vegetarisch", Stevan Paul




Donnerstag, 21. November 2013

Crespelle mit Spinat & Pilzen

Draußen ist es schäbig und nichts liegt mir gerade ferner, als einen frischen, leichten Salat zu essen. Mir ist jetzt nach richtigem Soulfood, das ist vor allen Dingen gut für die Seele und damit garantiert auch wohltuend für den Körper.
Crespelle rangieren auf der internen Soulfood-Skala ziemlich weit oben, denn sie erfüllen wichtige Kriterien: (Viel) Käse + (viel) Sauce. 

Wobei die Wichtigkeit der beiden Kriterien anscheinend eine durchaus regional geprägte Sache ist. Ich meine ja in über 15 Jahren intensiven Studiums der süddeutschen Mentalität festgestellt zu haben, dass die Süddeutschen im Unterschied zu den Norddeutschen echte Nass-Esser sind. Das heißt, dass bei ihnen die Sauce nicht zum Essen gereicht wird, sondern fast schon die Hauptrolle beim Essen spielt. Jedenfalls bin ich die Einzige, die beim Schwäbischen Leibgericht verzweifelt versucht, durch schnellen Deichbau zu verhindern, dass alle Spätzle und Bubespitzle in der braunen Soße ertrinken. Oder sollte das etwas meine ganz persönliche Macke sein?


Bei diesen Crespelle ist mir die Sauce jedenfalls nie zuviel. Ich mag es sogar, wenn sie schön saucig aus dem Ofen kommen, dann sind sie perfekt!




Rezept für zwei Personen

Füllung
500 g Spinat
300 g Pilze in dünnen Scheiben
1 kleingehackte Zwiebel
1 gehackte Knoblauchzehe


Crespelle-Teig  
1/4 l Milch
85 g Mehl Typ 405
2 Eier
1 Prise Salz

Sauce  
50 g Butter
200 ml Milch
1 EL Mehl
80 g Gorgonzola

2 Handvoll frisch geriebener Parmesan
Salz
Pfeffer
Olivenöl
Butter


Zubereitung
Den Spinat waschen und in einem geschlossenen Topf bei mittlerer Hitze zusammenfallen lassen. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch anschwitzen. Dann die Pilze hinzugeben, kräftig salzen und den Deckel auflegen. Wenn die Pilze ihr Wasser abgegeben haben, bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie goldbraun sind. Den kleingehackten und gut ausgedrückten Spinat hinzugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und noch mal 2-3 Minuten gemeinsam mit den Pilzen durchziehen lassen.

In eine Rührschüssel die Milch für den Crespelleteig geben und das Mehl mit einem Schneebesen einrühren. Dann die beiden Eier hinzugeben und ebenfalls einarbeiten. Ganz zum Schluss mit Salz würzen.

Für die Sauce die Butter in einem kleinen Topf schmelzen, das Mehl hinzugeben und kräftig verrühren. Nach und nach die Milch zuschütten und immer wieder kräftig rühren, bis die Sauce eine dickliche Konsistenz hat. Nun den Gorgonzola in kleinen Stücken hinzugeben und in der Sauce schmelzen. Mit Salz und Pfeffer würzen - falls die Konsistenz zu dick ist, noch etwas Milch hinzugießen.

Den Backofen auf 180° (Umluft) vorheizen.

In einer mittelgroßen Pfanne etwas Butter zerlassen und eine Schöpfkelle Crespelleteig gleichmäßig verteilen. Wenn der Pfannkuchen von unten schön gebräunt ist, wenden und die andere Seite ebenfalls bräunen. Herausnehmen, beiseite stellen und den nächsten Pfannkuchen ausbacken. Je nach Tagesform erhalte ich aus dem Teig 4-5 Pfannkuchen - sorry Crespelle.

Nun etwas von der Füllung auf der untere Drittel eines Pfannkuchen geben, ein paar Tropfen von der Sauce und etwas Parmesan drüber geben und dann den Pfannkuchen von unten aufrollen. Mit der "Naht" nach oben in eine Auflaufform setzen und mit den restlichen Crespelle ebenso verfahren, bis Füllung und Pfannkuchen verbraucht sind. 
Die restliche Sauce über die Crespelle geben, mit Parmesan bestreuen, ein paar Butterflöckchen verteilen und für ca. 25-30 Minuten im Ofen überbacken.
 
Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Mittwoch, 20. November 2013

Pizza Montana

Wie Ihr schon bemerkt haben werdet, sind der Clubchef und ich große Pizza-Fans mit recht unterschiedlichen Auffassung, was das Ideal einer Pizza angeht. 

Und nachdem nun so einige, relativ reduzierte Pizza-Versionen ihren Weg auf die Speisekarte des clubzimmers gefunden haben, möchte ich Euch heute mal wieder eine der Lieblingspizzen des Clubchefs vorstellen. Er nennt sie liebevoll Pizza Montana, weil ich mich immer darüber amüsieren, dass die Zutaten nicht fein säuberlich auf dem Pizzaboden verteilt werden, sondern im lustig hügeligen Chaos die Pizza schmücken und anscheinend ja auch Teil des außerordentlichen Pizzavergnügens sind. Die Pizza Montana ist auch deshalb eine typische Clubchef-Pizza, weil es eine Pizza mit Tintenfisch ist. Tintenfisch-Streifen sind im clubzimmer - wen wundert es - immer vorrätig, tiefgefroren warten die portionierten Streifen auf ihren Einsatz. 

Für diese Pizza wird der Tintenfisch scharf mariniert und dann gemeinsam mit Oliven und Kapern in Szene gesetzt. Der Clubchef schwört auf seine Pizza Montana!



Rezept für zwei Personen

Pizzateig wie hier beschrieben
4 EL Tomatensugo fishy & spicy
4 Streifen Tintenfisch in kleinen Stücken
3 EL grüne Oliven, entkernt in kleinen Stücken
2 EL Kapern
2 Handvoll geriebener Scarmoza
Olivenöl

Marinade
4 EL Sonnenblumenöl
1 TL Kurkuma
1/2 TL Chilipulver
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL Paprikapulver 

Zubereitung
Den Pizzateig wie hier beschrieben vorbereiten.

Die Zutaten für die Marinade verrühren und die Tintenfischstücke 30 min marinieren.
Den Backofen auf 260° (Umluft) vorheizen.
Pizza dünn ausrollen und mit Tomatensugo bestreichen. Dann den Scarmoza und die abgetropften Tintenfischstückchen verteilen. Zum Schluss die Oliven und die Kapern auf die Pizzen geben und mit etwas Olivenöl beträufeln.
Im Ofen für ca. 10 Minuten backen, bis die gewünschte Bräunung erreicht ist.

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer






Dienstag, 19. November 2013

Reistimabale mit Paprika & Thunfisch

Die Küche des clubzimmers ist mit den Jahren immer abwechslungsreicher geworden. Während es früher an sechs von sieben Tagen Pasta gab, ist die Speisekarte heute schön bunt und Pasta spielt tatsächlich eine Nebenrolle.

Es gibt aber einen Akteur, der aus eigentlich unerklärlichen Gründen meistens eine Statistenrolle ohne Text spielt. Reis. Reis ist selten mehr als ein Begleiter zu einem Curry, ab und an schafft er es als Fried Rice zu einer Sprechrolle. 

Da wir gar nichts gegen Reis haben, suchten wir nach Rezepten mit Reis und sind - wie so oft - in der italienischen Küche fündig geworden. 

Die schlaue Italienerin verpackt ihren Reis als Timbale und kann diese mit all dem füllen, was der Kühlschrank so hergibt.

Diese Reistorte ist herrlich saftig und geschmackvoll und wunderbar variabel. Heute gibt es sie im clubzimmer mit Paprika und Thunfisch - eine schmackige Kombination!



Rezept für eine kleine Springform

gekochter Reis für zwei Personen (bei uns sind das 2 Becher Reis für den Reiskocher)
3 kleine Spitzpaprika in kleinen Würfeln
1 Dose Thunfisch
1 fein gehackte Knoblauchzehe
2 Handvoll geriebener Ricotta Salata
1 Handvoll geriebener Pecorino
400 ml Tomatensugo
Olivenöl
Butter
Salz
Pfeffer
Semmelbrösel

Zubereitung
Den Reis kochen.
In der Zwischenzeit den Knoblauch in etwas Öl anschwitzen, dann die Paprikawürfel hinzugeben und garen, bis sie weich geworden sind und Farbe bekommen haben. Den abgeschütteten Thunfisch hinzugeben und mit Salz und Pfeffer würzen.
Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
 Den gekochten Reis mit dem Tomatensugo und der Hälfte des Käses vermischen. 
Eine kleine Springform ausbuttern und Rand und Boden mit Semmelbröseln "panieren". Die Hälfte des Reis in die Springform geben, gut verteilen und für eine glatte Oberfläche sorgen. Die Füllung - d.h. die Paprika-Thunfischmischung draufgeben, verteilen und mit dem restlichen Reis abdecken. Den restlichen Käse drüber streuen, ein paar Butterflöckchen drauf verteilen und für ca. 30 Minute in den Ofen geben. Wenn die Oberfläche schön gebräunt ist, ist auch die Timbale fertig. 
Vor dem Anschneiden etwas ruhen lassen.


Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Montag, 18. November 2013

Scamorza-Schneckchen

Ich weiß ja nicht, ob es nur mir so geht, aber gerade Sonntags überkommt mich öfter mal die Lust auf einen kleinen, herzhaften Snack, mit dem die Wartezeit auf den Tatort gut zu überbrücken ist.

Glücklicherweise gehört inzwischen eine Rolle Blätterteig zur Standard-Bevorratung des clubzimmers, ebenso wie frischer Scamorza. Und wenn man dann noch ein Ei trotz sonntagmorgentlicher Rührei-Völlerei übrig hat, sind diese kleinen Schneckchen in null-komm-nichts gebacken und leider genauso schnell auch wieder verschwunden!


Rezept für ca. 40 Schneckchen

1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal
1/4 Scamorza gerieben
1 verkleppertes Ei

Zubereitung
Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Den Blätterteig ausrollen, so dass er auf seiner langen Seite vor einem liegt. Den geriebenen Käse auf der oberen Hälfte verteilen, die untere Hälfte dann drüber klappen. Mit einem Nudelholz vorsichtig plätten und etwas dünner rollern. Dann den Blätterteig horizontal teilen und jede Hälfte aufrollen, so dass dann zwei lange Rollen vor einem liegen. Nun die Rollen in kleine Stücke schneiden und diese auf ein Backblech legen. Mit etwas Ei bestreichen und für ca. 15 min backen. 

Selbstverständlich kann man auch anderen Käse verwenden, das Ei noch mit Paprika etc. würzen oder die Schneckchen noch mit Sesam & Co. bestreuen - der Phantasie (und dem Vorratsschrank) sind hier kaum Grenzen gesetzt!













Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Sonntag, 17. November 2013

In dieser Woche ...

... wird im clubzimmer wieder gekocht. Und zwar ganz heiß, denn das Motto heißt

°°Aus dem Ofen°°

Rezepte, die den Backofen brauchen, um zu einem Gaumenschmaus zu werden. Wir beginnen dabei ganz klassisch und erweitern die Pizza-Sammlung des clubzimmers. Und dann geht es bei näherer Betrachtung klassisch italienisch weiter - 
die Woche könnte also auch unter dem Motto "Italien Hot Love" stehen ....

Samstag, 16. November 2013

Augenblick



°° Lovely Barcelona °°

Montag, 11. November 2013

Hugh Fearnley Whittingstall "Täglich vegetarisch"


Ja, man kann es schon an den vielen kleine bunten Zettelchen, die aus dem Buch ragen, erkennen: Diese Rezension wird kein Verriss.

Wobei ich zunächst doch einmal wettern muss: Hätte ich vorab nicht schon so viel Lobendes über dieses Kochbuch gelesen, wäre es allein wegen des Covers nicht in meinem Bücherschrank gelandet. Ich finde das Titelbild - wie soll ich es nur politisch korrekt ausdrücken? - albern. So albern, dass ich mir nach dem Kauf ernsthaft überlegt habe, es in Packpapier (oder meinetwegen auch Geschenkpapier) einzuwickeln, um mich nicht immer wieder darüber aufregen zu müssen. Ihr seht, ich habe mich dann entschieden, an meiner Tolerenzschwelle zu arbeiten...

Bis auf das Titelbild ist das visuelle Konzept meiner Meinung nach gelungen: Die ganzseitigen Foodphotos machen Appetit und lenken nicht durch ein Übermaß an Hintergrund und Deko vom Wesentlichen ab. Sie sind auch angenehm bodenständig und hemdsärmlig und vermitteln nicht den Eindruck, als hätte sich eine Horde von Foodstylisten stundenlang an jedem Photo selbst verwirklicht. Sehr gut gefallen mir auch die ergänzenden Illustrationen, die dem Ganzen etwas Spielerisch, Leichtes verleihen, was anscheinend (siehe Coverphoto) der Persönlichkeit des Autors nahekommt. 

Das Buch liegt schwer und griffig in der Hand- auch hier gibt es nichts mehr auszusetzen. Allerdings gibt es kein Lesebändchen, was wirklich ein Manko ist. Ergo:

Zwischenfazit Look & Feel: Prima - mit besagten Einschränkungen

Der Autor Hugh Fearnley Whittingstall ist ein mehrfach ausgezeichneter Food-Journalist und Buchautor aus Großbritannien, der einer breiten Öffentlichkeit durch seine eigene TV-Sendung bekannt ist. Er ist außerdem bekannt dafür, sich vehement für saisonale und ethisch hergestellt Lebensmittel einzusetzen. Das River Cottage ist sein Versuch, sich als ländlicher Selbstversorger zu etablieren - anscheinend ein geglückter Versuch, denn das River Cottage ist inzwischen zu einem größeren Unternehmen mit u.a. zwei Restaurants und einer Kochschule gewachsen. 

Sehr sympathisch ist mir seine Erläuterung, was ihn zu diesem Kochbuch motiviert hat. Er will kein Missionar sein - und ist es auch nicht - sondern möchte die Freude darüber weitergeben, wie abwechslungsreich und befreiend es sein kann, auf Fleisch (und Fisch) als dominanten Part auf dem Teller zu verzichten.

Jedes Rezept begleitet ein kurzer, persönlicher Text, in dem er das Besondere des Gerichts beschreibt oder aber weitere Variationen oder Verwendungsmöglichkeiten aufzeigt. Und das alles ist mit leichter, charmanter Feder geschrieben.

Zwischenfazit Tonality: Ansprechend

Die Gliederung ist nicht durchgängig logisch und intuitiv verständlich. Es beginnt mit "Ein Fest für den Gaumen" - das möchte man doch immer, oder? - wird dann aber mit den Kapiteln "Herzhafte Salate", "Roher Genuss", "Suppe satt", "Brot & Co.", "Aus dem Vorratsschrank", "Pasta, Reis & Co.", "Mezze & Tapas", "Gebraten & Gegrillt", "Beilagen", "Auf Vorrat" und "Vegetarisches zum Mitnehmen" einleuchtender. 

Sehr gut gefällt mir das Layout der Rezeptseiten, die Zutatenliste steht immer neben den Erläuterungen zur Zubereitung und vermittelt so einen kompakten Eindruck. Die Rezepte kommen in der Regel mit einer Seite aus, dabei sind die Erläuterungen in ausführlich, ohne ausufernd zu sein. Kleiner Wehrmutstropfen: Manchmal fehlen kleine, aber entscheidende Details, die dann leider zum Scheitern führen, wenn man nicht mitdenkt. So schlägt er eine sehr schöne Zucchini-Reis-Torte in einem Filoteig vor, versäumt es aber zu erwähnen, dass der Reis vorab gekocht sein sollte. Nehme ich jedenfalls an, denn mit rohen Reis funktioniert es nicht - das clubzimmer musste an dem Abend auswärts essen gehen .... 

Die Zutatenlisten erscheinen manchmal abschreckend lang, was aber oft einfach an der Vielzahl der Gewürze liegt, die er verwendet. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Gewürzschublade für viele Gerichte relativ gut ausgestattet sein sollte.

Und wie sind die Rezepte? Großartig! Der Autor kocht sich unbeschwert und vergnügt durch sämtliche kulinarischen Proveniencen, was schon beim Lesen großen Spaß macht. Ich habe ganz viel Neues entdeckt und kam mit dem Markieren nachkochenswerter Rezepte kaum hinterher. 
Dabei sind die Rezepte in der Regel unkompliziert und besitzen durch die Zusammenstellung von Zutaten und Gewürzen das gewisse Etwas. Oft werden noch Variationsmöglichkeiten erläutert, so dass das Buch eine Vielzahl mehr an Gerichten enthält, als man auf den ersten Blick denkt. 
Es geht Hugh Fearnley Whittingstall wirklich darum, die Freude am Kochen mit Gemüse zu vermitteln und es nicht sein Anliegen, die eigene Kochkompetenz herauszustellen. 

Zwischenfazit Rezepte: Eine wahre Fundgrube

Das macht "Täglich vegetarisch" zu einem Begleiter für eine gesunde und abwechslungsreiche Alltagsküche, mit der man sich quer durch das Gemüsebeet und durch aller Herren Länder kochen kann. So dass ich es nun - trotz Cover - nicht mehr missen mag!

Lieblingsrezepte

Chachuka
Ein nordafrikanischer Paprika-Tomaten-Eintopf, der durch die Zugabe von Safran, Kreuzkümmel und Paprikapulver herrlich aromatisch und einfach zu kochen ist. Mit Eiern und etwas Brot ein wunderbares, sättigendes Gericht.

Curry mit Mangold und neuen Kartoffeln
Eine ellenlange Zutatenliste, ganz einfach deshalb, weil hierfür das Curry selbst gemacht wird. Und hat man es erst einmal ausprobiert, ist es auch überhaupt nicht mehr kompliziert. Dann merkt man, dass es ein schnelles und ebenfalls richtig schmackiges Essen ist.

Ofengebackene Wurzel-Frittata
Eine echte Wow-Frittata, wenn man tatsächlich allerlei Zwiebeln, Karotten, Kürbis, Rote Bete, Kartoffeln und was es so im Herbst/Winter noch so gibt zusammen in den Ofen gibt. Diese Frittata schmeckt selbst denen, die um die herbstlichen Knollen sonst eher einen Bogen machen!

Mit dieser Rezension möchte ich beim Blogevent von Arthurs Tochter mitmachen:





"Täglich vegetarisch. Die schönsten Rezepte aus dem River Cottage" von Hugh Fearnley Whittingstall ist im AT Verlag erschienen und hat 415 Seiten 

Sonntag, 10. November 2013

In dieser Woche ...

... macht das clubzimmer bei der Bloggerwoche





von Arthurs Tochter kocht mit, die dieses Jahr bereits das zweite Mal veranstaltet wird. Beim ersten Mal war das clubzimmer noch nicht eröffnet, doch nun sind wir dabei. Allerdings nicht jeden Tag, denn zur Zeit wird im clubzimmer ganz viel gearbeitet ...



Samstag, 9. November 2013

Freitag, 8. November 2013

Kartoffel-Zucchini Gratin

Gratins haben es gar nicht so leicht, im clubzimmer auf die Speisekarte zu gelangen. Dabei ist es gar nicht mal so, dass wir sie nicht gerne essen. Oft ist ganz einfach der Hunger zu groß, um vermeintlich lange auf das Essen warten zu wollen. Vermeintlich, weil das Gratin eigentlich schnell gemacht ist, aber durch die relativ lange und untätige Wartezeit vor dem Backofen kommt es mir ewig vor.

Gerade dieses Gratin ist sehr unaufwendig in der Zubereitung und belohnt einen dafür mit einem ganz wohligen und runden Genuss. Zucchini und Kartoffeln sind eigentlich immer im Haus, ein Kanten Käse auch, so dass es auch ein Rezept für die Tage ist, an dem einen einfach nichts anderes einfallen mag - soll ja vorkommen!



Rezept für zwei Personen
1 Zucchini in dünnen Scheiben
3 mittelgroße, rohe Kartoffeln in dünnen Scheiben
1 Prise Thymian
200ml Tomatensugo
50ml Sahne
Salz
Pfeffer
1 Handvoll geriebener Bergkäse

Zubereitung
Zucchini-und Kartoffeln in eine eingefettete Quiche- oder Auflaufform schichten. Die Sahne mit dem Tomatensugo mischen und mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen und über die Zucchini-Kartoffel-Scheiben gießen. Mit dem Käse bestreuen und für ca. 30 Minuten in den Backofen schieben, bis das Gratin schön gebräunt ist.

Dazu passt - in einem vegetarischen Haushalt - wunderbar ein frischer Salat.

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer

Donnerstag, 7. November 2013

Curry mit Kartoffeln und Mangold

Immer wenn es kühler wird und der Wind ums Clubhaus pfeift, verlangt es mich nach einem Curry. Eigentlich merkwürdig, ist Curry doch genau in den Regionen beheimatet, in denen herbstliche Temperaturen eher unbekannt sind.

Dabei mag ich die Currys am liebsten, die nicht mit schwerer, schlonziger Kokosnussmilch gemacht werden, sondern etwas leichter sind, so dass auch der Eigengeschmack des Gemüses noch gut herauszuschmecken ist.

Dieses Mangold-Kartoffel Curry ist ganz besonders lecker, weil das Curry selbst zusammengebastelt wird und kein Fertig-Curry ist. Dafür muss man zwar ein recht gut sortierte Gewürzschublade haben, dann kann man aber auch das Curry so mischen, wie man es am liebsten hat!

 
 Rezept für zwei Personen

1 Zwiebel in dünnen Ringen
1 geschälte Knoblauchzehe
1 rote Chili, entkernt und fein gehackt
2 cm Ingwer fein gerieben

1 TL Garam Masala
1/2 TL Senfsamen
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Kurkuma

500 g Mangold, gewaschen und in kleinen Stücken (Stiele und Blätter getrennt)
350 g Kartoffeln, geschält und in kleinen Stücken

250 g Naturjoghurt
1 1/2 EL Tomatenmark
1 Bund Koriander, fein gehackt

Salz
Sonnenblumenöl

Reis für zwei Personen
 
Zubereitung
Chili, Ingwer und Knoblauch mit etwas Salz in einem Mörser zu einer Paste verarbeiten.

Die Zwiebelringe in einem Wok mit etwas Sonnenblumenöl goldgelb anbraten, dann die Gewürzpaste hinzugeben. Erhitzen, bis sie anfängt zu duften, dann die anderen Gewürze hinzugeben und ebenfalls für einige Minuten mit anbraten.

Dann die Kartoffeln und die Mangoldstiele in den Wok geben und ca. 5 Minuten unter häufigem Rühren anbraten. Mit Wasser auffüllen, so dass das Gemüse gut bedeckt ist und bei geschlossenem Deckel ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.


Reis aufsetzen.  
Dann die Mangoldblätter hinzugeben, wieder den Deckel schließen, bis die Mangoldblätter zusammengefallen sind. Umrühren und eventuell noch mit Salz würzen.

Den Joghurt mit dem Tomatenmark verrühren, die Hälfte des Korianders hinzugeben.

In jede Schüssel etwas Reis und Curry füllen, einen Klecks Joghurt und mit Koriander bestreuen.



Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

(Nach einem Rezept aus "Täglich vegetarisch" von Hugh Fearnley Whittingstall)

Mittwoch, 6. November 2013

Kartoffelsuppe mit Parmesan

Kartoffelsuppe gehört für mich in den Herbst und zu den Dingen, die Körper und Seele erwärmen. 

Trotzdem habe ich lange herum experimentiert, eine wirklich geschmackvolle Kartoffelsuppe hinzubekommen. Auch hierbei ging vieles schief, ich erinnere mich noch voll Grausen an etliche Kartoffel-Milch-Suppen, die einfach nach nichts schmeckten und an das Gegenteil, nämlich die Suppen, die dank des Einsatzes von Brühwürfeln total überwürzt waren.

Nun verzichten wir im clubzimmer seit geraumer Zeit vollkommen auf den Einsatz industriellen Brühpulvers (heißt das so überhaupt). Doch wenn man die richtigen Zutaten wählt und diese richtig ins Spiel bringt, dann braucht es kein Industrieprodukt.

Diese Kartoffelsuppe ist zudem ein toller Resteverwerter, für die ich die Rinden von Parmesanstücken aufhebe. Sie geben der Suppe einen schönen, käsigen Beigeschmack und verleihen ihr Tiefe.

Die Suppe ist so lecker, dass ich meistens einen Teller zuviel davon esse und nachher pappsatt in der Gegend rumsitze und nicht weiß, ob ich mich freuen oder ärgern soll!



Rezept für 4-6 Teller

1 Lauch, geputzt in Ringen
1 Knoblauchzehe in Scheiben
1 Möhre, geschält in Stücken
1 Fenchelknolle, geputzt in Stücken
1 kg Kartoffeln, geschält in Würfeln
Parmesanrinden, so viel ihr habt
1 Handvoll frisch geriebener Parmesan
Butter
Olivenöl
Salz
Pfeffer
Gehackter Petersilie
Balsamicocreme 

Zubereitung
Zunächst einen ordentlichen Stich Butter und etwas Olivenöl in einem großen Topf zerlassen, den Lauch hinzugeben, kräftig salzen und bei aufgelegtem Deckel bei schwacher Hitze so lange braten, bis er ganz weich geworden ist.

Dann den Knoblauch und die Möhre hinzugeben und bei offenem Deckel 2-3 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, dann den Fenchel hinzugeben, ebenfalls 2-3 Minuten anbraten. Zum Schluß die Kartoffeln hinzugeben, ebenfalls zunächst einmal anbraten und dann 1-1,5 Liter Wasser und die Parmesanrinden hinzugeben.

Salzen, den Deckel auflegen und die Suppe bei schwacher Hitze mindestens 30 Minuten kochen lassen - länger schadet auch nicht.

Die Suppe etwas abkühlen lassen, die Parmesanrinden entfernen und im Standmixer pürieren (geht tatsächlich besser als mit dem Pürierstab, die Suppe wird nicht so schleimig). Zurück in den Topf geben, wieder etwas erwärmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Parmesan und noch einen Stich Butter unterrühren.

Zum Servieren nach Geschmack mit Petersilie bestreuen und etwas Balsamicocreme drüber geben.



Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Dienstag, 5. November 2013

Reibeplätzchen mit Lachs

Manche Dinge versetzen mich innerhalb von Sekunden zurück in meine Kindheit. 

Diese Reibekuchen sind untrennbar mit meiner Großmutter verbunden, die noch so eine "richtige" Großmutter mit Kittelschürze gewesen ist. In ihrer Küche stand immer etwas auf dem Herd und wenn mein Bruder und ich bei ihr waren, hat sie immer jedem von uns sein Lieblingsessen gekocht. Während mein Bruder jahrelang Milchreis aß, wetteiferte ich mit meinen Großeltern darum, wer die meisten Reibekuchen essen konnte. Natürlich gab es sie damals nicht mit Lachs, sondern ganz einfach mit Margarine (!) und gerne auf einer Scheibe Butterbrot. Hach, lecker!

Aber auch diese Lachs-Nummer ist lecker, lässt sich prima vorbereiten und eignet sich hervorragend als Finger Food, wenn man die Reibekuchen dementsprechend klein backt.



Rezepte für ca. 20 Kartoffelplätzchen

8 mittelgroße, rohe Kartoffeln, geschält und gerieben
1 Ei

250 g Lachs

Creme Fraiche
2 EL Meerrettich
1 EL Dijon-Senf

Salz
Pfeffer
Dill
Bratfett (Bisquin oder ähnliches)

Zubereitung
Die Kartoffelraspel mit dem Ei vermischen und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. In einer großen Pfanne das Bratfett erhitzen und die Kartoffelraspel dann esslöffelweise hineingeben. Die Kleckse etwas platt drücken und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun backen. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Für den Dip Creme fraiche, Senf und Meerrettich verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Auf jedes fertige Kartoffelplätzchen einen kleinen Löffel von dem Dip geben, etwas Lachs und Dill drauf legen.


So sehen also die Reibekuchen Reloaded aus - anders als meine Großmutter gebe ich kein Mehl in den Teig, backe sie mit deutlich weniger Fett aus und mag sie lieber als kleine, handliche Happen und nicht als größere Fladen. 

Und als meinen Kindheits-Klassiker möchte ich sie gerne beim aktuellen Blogevent von German Abendbrot einreichen, denn dort werden in diesem Monat genau diese Rezepte gesucht!

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Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Montag, 4. November 2013

Pizza bianca mit Kartoffeln & Salbei

Ostwestfalen meets Italy - so könnte man diese Pizza natürlich auch nennen. 
Der Clubchef sagt mir ja ob meiner ostwestfälischen Herkunft eine besondere Affinität zur Kartoffel nach. Das kann ich natürlich gar nicht nachvollziehen und weise es entschieden von mir!

Allerdings gestehe ich gerne, dass mir diese Pizza-Variante besonders gut schmeckt. Das liegt aber weniger an der Kartoffel allein, sondern vielmehr an dem Zusammenspiel von Kartoffel, Salbei und Käse, die sehr soulig schmecken und ein richtig wohliges Gefühl geben. 

Und das kann man ja nicht nur in den kalten Jahreszeiten gut gebrauchen!



Rezept für zwei Pizzen

Pizzateig nach diesem Rezept

Belag
2 mittelgroße Kartoffeln in dünnen Scheiben
6-12 frische, in dünne Streifen geschnittene Salbeiblätter, nach Geschmack und Größe
1 Mozzarella in dünnen Scheiben
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung
Den Pizzateig ca. 4 Stunden vor dem Essen nach bewährter Methode vorbereiten und gehen lassen.

Die Kartoffelscheiben in kochendem Salzwasser 3 Minuten blanchieren.

Den Ofen auf 260° C vorheizen und den Teig zu zwei Pizzen ausrollen. Den Mozzarella verteilen, die Pizzen mit den Kartoffelscheiben belegen und den Salbei verteilen. Dann ca. 10 min in den Ofen schieben, bis die gewünschte Bräunung erreicht ist. 

Herausnehmen, nach Geschmack salzen und pfeffern und mit etwas Olivenöl beträufeln.

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Sonntag, 3. November 2013

In dieser Woche ...

... geht es 

Rein in die Kartoffeln

Eine Woche, in der die Kartoffelkiste geleert wird, mit kartoffeligen Rezepten zum Kochen, zum Braten und für den Backofen.

Mal darf die Kartoffel dabei die Hauptrolle spielen, doch manchmal wird sie auch zum Teamplayer  - schaut selbst!

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