Freitag, 4. Oktober 2013

Spaghetti mit Pulpo

Spontane Programmänderung: Der Freitag kommt nicht mit den angekündigten Schwarzen Spaghetti mit Tintenfisch um die Ecke, sondern - Tataaaahhh, Tusch, Trommeln und Trompeten - mit der Sensation der Woche (mindestens!): Spaghetti mit Pulpo!

Das ist in zweierlei Hinsicht eine Sensation: Wir sind immer noch ganz fassungslos, dass wir es uns getraut haben, einfach einen Pulpo selbst zuzubereiten. 
Hier in Hamburg begegnen einem diese Wesen durchaus in gut sortierten Fischläden. Ich erinnere noch sehr gut, wie wir voller Bewunderung eine Dame aus Blankenese (natürlich reine Vermutung, aber sie sah so aus - Hamburger wissen, welchen Style ich meine) vor Jahren dabei beobachtet haben, wie sie sich - ohne mit der Wimper zu zucken - einen großen Pulpo hat über die Theke reichen lassen. 

Nein, das haben wir uns nicht zugetraut, obwohl Pulpo des Clubchefs Leib- und Magenspeise ist - neben Tintenfisch natürlich. Doch beschwingt von einigen Erfolgserlebnissen am Kochtopf, haben wir nun beherzt zugegriffen.

Und die nächste Sensation ist: Er ist göttlich geworden- und es war ganz einfach! Was wieder mal bestätigt, dass man sich einfach nur trauen muss. Neben der nötigen Traute braucht man natürlich auch sehr gute Ware und auch die richtige Anleitung. Die haben wir uns mal wieder von Giorgio Locatelli geholt, der den Octopus auf ungewöhnliche, aber überzeugende Weise gart. Anstatt ihn in Wasser zu kochen, packt Locatelli ihn in Olivenöl. So wird der Pulpo nicht nur butterweich, sondern schmeckt auch unglaublich intensiv. 
Ein Traum!

So konnten wir zwei Tage in Pulpo schwelgen, einmal gab es einen Pulpo-Salat (Rezept folgt) und dann eben diese Spaghetti.


Rezept für zwei Personen

Pulpo
1 Pulpo, ohne Innereien, bereits einmal tiefgefroren und wieder aufgetaut
1 Handvoll Petersilie
2 geschälte Knoblauchzehen
1 Peperoni, längs geteilt
Olivenöl

250 g Spaghetti

Sauce
1 rote Zwiebel in dünnen Ringen
500 g Pulpofleisch mit der Garflüssigkeit
Olivenöl
Rotwein
Pfeffer (am besten Langer Pfeffer)

Zubereitung
Es ist wichtig, einen Pulpo zu kaufen, der bereits einmal eingefroren war. Ansonsten müsste er vor dem Kochen geklopft werden, um die Zellstruktur zu zerstören, das Einfrieren übernimmt das. Man kann ihn natürlich auch selbst einfrieren und wieder auftauen, klaro!

Den Pulpo am besten einen Tag vorher vorbereiten. Hierfür in einem großen Topf reichlich Olivenöl erhitzen und die Petersilie (muss nicht gehackt sein), die Knoblauchzehen und Peperoni kurz anschwitzen und dann den aufgetauten Pulpo hinzugeben. Den Deckel auflegen und bei schwacher Hitze ca. 60 Minuten lang schmoren lassen. Der Pulpo wird seine Farbe verändern und ist dann gar, wenn man ihn mit einem Messer leicht einschneiden kann. Unserer war so durch, dass ihm sogar schon eine Tentakel abgefallen ist ...
Den Pulpo herausnehmen und in mundgerechte Stücke schneiden. Diese Stücke dann zurück in die Garflüssigkeit geben und darin erkalten lassen. Es wird sich eine gallertartige Masse bilden, die dann beim Erhitzen wieder flüssig wird. 

Das Nudelwasser aufsetzen.

Die Zwiebelringe in einer Pfanne mit Olivenöl geben, salzen und sanft anbraten, bis sie goldig braun sind. Die Temperatur erhöhen und mit einem kräftigen Schluck Rotwein ablöschen. Nun die gewünschte Menge an Pulpo samt seiner inzwischen gallertartigen Garflüssigkeit hinzugeben und bei mittlerer Temperatur einkochen lassen, zum Schluss mit Pfeffer würzen (Salz ist nicht nötig, der Pulpo hat in die Garflüssigkeit reichlich Salz abgegeben!).

Die Nudeln al dente kochen und mit etwas Kochflüssigkeit in die Pfanne mit der Sauce geben, umrühren, reinlegen genießen!

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!


Kommentare:

  1. Oh mein Gott! Ich bin letzte Woche über dieses Gericht gestolpert und habe es am Wochenende mit einem Exemplar, welches ich noch hatte, auspribiert.. GENIAL!!! Wir haben zuletzt noch ein paar geröstete Pinienkerne über die Pasta gestreut. Hammerlecker!
    Dagmar

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  2. Liebe Dagmar - Hammerlecker trifft es schon ganz schön gut ;-) Wenn ich jetzt so dran denke, könnte ich schon wieder .... und gerne auch mit Pinienkernen, kann ich mir gut vorstellen. Lieben Gruß, Kathrin

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